Bevor es um die Luna Mono 2.0 gehen soll, ein bisschen Hintergrund

In den letzten 14 Monaten habe ich knapp 400 Kilometer in Sandalen oder gar Barfuß zurückgelegt. Bei insgesamt knapp 2000 gelaufenen Kilometern sind das also ziemlich genau 20%. Das ist auf jeden Fall eine ausbaufähige Basis… Bei aller Begeisterung war ich bisher nicht bereit über 100€ für ein Paar bessere Flip Flops auszugeben und so hatte ich mir selber Luna Abstinenz verschrieben, weil das ja wohl auch günstiger gehen müsse…

In diesem älteren Artikel könnt Ihr nochmal meine Erfahrungen mit den  Chala Classic Sandalen, den Xero Venture , sowie den Chala Run 2.0 XRD nachlesen:
(dem geneigten Hobbymathematiker wird unschwer aufgefallen sein, dass eine Addition der Summen dieser drei Huaraches… nun… lassen wir das)

Laufsandalen – meine Erfahrungen nach 150 Kilometern

Bevor ich nun endgültig auf die Lunas zu sprechen komme, noch ein paar nachgelagerte Infos zu den Chala XRDs, in denen ich immerhin knapp 250 Km gelaufen bin seither.
Sie laufen sich nach wie vor klasse, aber es gibt zwei Dinge die mich im Nachhinein stören:

  1. Bei Nässe kann man sie vergessen – Nicht wegen dem Grip zur Straße, sondern wegen dem nicht vorhandenen Grip des Fußbettes. Eine Pfütze reicht und die Füße rutschen auf den Sandalen wie auf Schmierseife. Damit sind Regenläufe eindeutig ausgeschlossen und das ist schade, denn genau das macht ja absoluten Spaß, weil man keine nassen Socken bekommt 🙂
  2. Die Schnürung – Das Prinzip ist ja kein Alleinstellungsmerkmal von Chala und EIGENTLICH fand ich bisher eine Schnürung anstelle von Schnellverschlüssen und Spannriemen sehr viel angenehmer, weil das einfach besser am Fuß fixiert ist ABER:
    Mir ist während der 250 Kilometer 4 Mal die Schnürung gerissen. Immer direkt am vorderen Knoten und einmal sogar im vollen Lauf. Vielleicht liegt das auch an meinem Tempo. Ich weiß es natürlich nicht, weil ich kaum andere Sandalenläufer persönlich kenne, aber tendenziell laufen vielleicht die Meisten eher nicht mit Paces um die 4:00min/Kilometer durch die Gegend. Vielleicht ist der Verschleiß dann einfach zu hoch, durch mehr Rutschen und höhere Zugkräfte…
    ich laufe ja nicht immer so schnell, aber im Prinzip ist mir nach jeder schnell gelaufenen Einheit aufgefallen, dass das Band im Bereich des Loches in der Sohle sehr schnell in Mitleidenschaft gezogen wird. Vielleicht habe ich aber auch einfach etwas falsch gemacht oder nicht beachtet. Ich gebe zu, dass ich über die “Slip on /slip off Schnürung” nie hinausgekommen bin und da gibt es reichlich Alternativen. Andererseits bleibt die Art der Befestigung auch bei anderen Varianten der Schnürung letztendlich immer die selbe: Band durch Loch, fixiert durch Knoten… Hm… nehmt es einfach mal als meinen persönlichen Erfahrungswert. Gerne lasse ich mich da eines Besseren belehren.

 

Hätte, hätte, Fahradkette – Nun also doch Lunas

Was soll ich sagen…. ich hatte Luna Sandalen immer wieder mal unter der linken Maustaste eines Onlineshops, konnte mich aber nie durchringen. Ehrlich gesagt hat mich ein kürzlicher Regenlauf in den Chalas jetzt doch dazu gebracht. Wie oben beschrieben rutschte ich dermaßen hin und her, dass ich mich noch während des Laufes an einen Artikel über das Fußbett der Lunas erinnert habe, in welchem ausdrücklich die Nässetauglichkeit beschrieben wurde:

“Ausgestattet mit dem MGT-Fußbett (Monkey Grip Technology) und dem ATS-Schnürsystem (All Terrain Strapping) bietet natürlich auch der Mono perfekten Halt bei jeder Wetterlage und auf fast jedem Terrain. Während der Traditional Venado (früher Original Luna) insbesondere mit Lederfußbett eher etwas für den Sommer ist, wünscht man sich für die „do everything, go everywhere“ Sandalen sogar Bedingungen im Grenzbereich. Seien dies nun steinige oder matschige Trails im Wald oder einfach nur strömender Regen, es macht einfach Spaß, den Mono so richtig einzusauen. Darüber hinaus ist die Sandale auch bei anderen Outdoor-Aktivitäten, wie Wandern, Radfahren und Kayaking ein zuverlässiger Begleiter. Eine echte Allzweckwaffe eben.”

Obwohl der Artikel schon etwas älter ist (2014) und sich auf die alten Monos bezieht UND durchaus auch Kritisches zu berichten weiß, finde ich ihn nach wie vor gelungen und Aufschlussreich. Hier der ganze Artikel: http://www.joggingsucks.de/2014/06/im-test-luna-mono.html

Nun sollten es eben doch Lunas werden. Gerne hätte ich sie auch beim Deutschen Reseller Lunasandals.de erworben, der sie allerdings zu dem Zeitpunkt meines Kaufrausches leider nicht in meiner Größe vorrätig hatte. So bin ich auf einen US Shop gestoßen ( naturalfootgear ), bei dem sie incl. Tax und Versand letztendlich auch nicht teurer waren. Noch dazu war der Kontakt außerordentlich nett und der Versand erfolgte prompt. Dauer der Reise aus den USA bis auf meinen Schreibtisch: 9 Tage. Schlechter Witz am Rande: Just einen Tag nach der Lieferung waren sie auch bei Lunasandals.de wieder verfügbar 🙂

Da lagen sie nun vor mir…. zunächst einmal ungewohnt dicklich, denn alle meine anderen Huaraches waren von der ganz schlanken Fraktion. Die Mono 2.0 sind durch die höhere Profilierung sogar noch ein bisschen dicker als das Vorgängermodell. Dadurch ist das Schnürband an der Unterseite aber auch komplett versenkt, was sich sicherlich positiv auf die Haltbarkeit auswirken wird. Ich finde sie trotzdem erstaunlich flexibel und die berühmte Anpassung an die eigenen Füße, die man Lunas nachsagt, steht ja auch noch aus. Dazu gehören noch einige Dutzend Kilometer. (Im Übrigen gilt das auch für die Beurteilung der Haltbarkeit, zu der ich natürlich noch nicht viel sagen kann)

Erste Anprobe: Astrein, Bei Luna Sandalen gehört zusätzlich zur normalen Schnürung auch immer noch ein sogenannter “Tech-Strap” dazu, welcher sich über den Spann legt und am Fersenband fixiert ist:

Das ist ebenso simpel wie genial, denn das macht einen deutlichen Unterschied aus und sorgt dafür, dass die Sandalen wirklich knasch am Fuß sitzen.
Nun habe ich ein generelles Problem, wie sich auch bei allen anderen Sandalen herausgestellt hat. Meine Ferse geht recht gerade runter, so dass das Fersenband gerne mal langsam aber sicher nach unten rutscht, egal wie fest ich alles ziehe, schnüre, knote….  Selbst dieses Tech-Strap konnte das bei meinem ersten Lauf nicht ganz verhindern. Ich musste noch zweimal anhalten und das Fersenband wieder nach oben schieben, aber schon beim zweiten Lauf habe ich das dann in den Griff bekommen:

Zwei Alsterrunden bzw. 20 Kilometer später

Bei meiner ersten Alsterrunde gab es ordentlich Pfützen, Matsch und Regen und ich habe wirklich mit Freude JEDE verdammte Pfütze mitgenommen. Wo Andere sorgsam drum herum laufen, um ihre wertvollen Schuhe nicht zu versauen, haben meine Lunas gleich die korrekte Hamburger Taufe bekommen. So geil… 🙂 Das MGT Fußbett hält was es verspricht. Ein bisschen rutschiger als in trockenen Sandalen ist es denn auch, aber tatsächlich kein Vergleich zu den Chalas mit Ledersohle, die -wenn sie nass sind- wirklich “unlaufbar” werden.
Der gute Halt tut den Rest, Regenläufe machen Laune (Und so ganz nebenbei ist man auch ein echter Hingucker – Wenn es auch zumeist eher verstörte oder verständnislose Blicke sind, die einen treffen. Das Fersenband rutsche mir – wie schon gesagt – trotzdem zweimal etwas zu tief (nicht ganz runter), aber das lag, wie sich noch herausstellen wird, an der noch nicht optimalen Einstellung. Insgesamt eine zügige Runde mit einer Durchschnittspace von 4:30 und einem insgesamt fetten Grinsen im Gesicht.

Die zweite Alsterrunde erfolgte bei bestem Oktoberwetter zusammen mit einem Arbeitskollegen. Er lässt sich von der abschätzigen Bezeichnung “Jesus Latschen” nicht abbringen, wenn er mich in Sandalen laufen sieht, aber er hat andere Qualitäten.
Schön windig, die Frisur sitzt und die Lunas halten (zunächst) was sie versprechen. Wegen meines Problems mit dem Fersenband, hatte ich nämlich die Idee dieses Tech-Strap einfach durch den hinteren Fersenschutz mit durchzufädeln und dadurch das Fersenband besser zu halten. Was sich anfangs gut anfühlte, hat in der Praxis allerdings nicht lange funktioniert, weil einfach der ganze Fersenschoner samt Tech-Strap zur Seite gerutscht ist:

VORHER
VORHER
NACHHER
NACHHER

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Also eine blöde Idee!
Nochmal kurz angehalten, alles wieder in Originalstellung zurückgebastelt (Mein Kollege: “Wirklich TOLL Deine Jesus Latschen” ) und einfach mal Das Tech-Strap beherzt  fester gezogen, so richtig mit Zug und siehe da… passt. Kein Rutschen mehr, ich war da beim ersten Versuch einfach zu zaghaft.

Es macht einfach Spaß mit Sandalen zu laufen und sowie vom Sitz als auch vom Laufgefühl her, sind die Mono 2.0 nochmals wieder eine Steigerung. Hier noch einige Impressionen von der Alster im Oktober:

 

 

Am Wochenende werde ich meinen ersten langen Lauf in Sandalen absolvieren. 20 Kilometer stehen auf dem Programm. Mal sehen wie (sich) das läuft… Ich werde berichten…. und ggf. hier nacheditieren.

 

PS: Ich werde übrigens nicht von irgendwem gesponsort. Ich habe mir alle Sandalen die hier erwähnt werden selber gekauft und gebe hier ausschließlich meine echten Erfahrungen und Eindrücke wieder!

 

 

 

 

 

 

markus

markus

Wenn er nichts Besseres zu tun hat, geht er laufen, theoretisch also quasi immer. Nun hat er zwar praktisch kaum was Besseres zu tun, dummerweise aber verdammt viel Wichtigeres, so dass sich das Laufen auf 3x Wöchentlich und ca. 40km beschränkt...
markus

2 Kommentare auf “Luna Mono 2.0 – Leider geil…

  1. Hallo, erstmal vielen Dank für den tollen Artikel über die Mono 2.0. Ich selbst kann dich bei der Erfahrung mit den Chalas bestätigen, was die Nässe angeht, gerissen ist mir die Schnürung noch nie.
    Mein Erfahrung ist, das die richtige Schnürung Typabhängig ist. Ich laufe mit den Huaraches von Nakedshoes, hier muss man selbst schnüren (die Schnur ist ein einfacher Schnürsenkel). Meine längste DIstanz war ein Marathon. Ich bin noch nie (auch nicht im Schlamm oder Regen) in den Sandalen gerutscht. Die Schnürung ist genau eimal gerissen, nach etwa 800KM Laufleistung bei einem 10KM Tempolauf (Tempo 3:50min/km). Schnürung ausgetauscht und keine Probleme mehr. Meine Sandalen haben nun knapp 1200Km runter und sehen noch super aus.
    Von den Lunas schreckt mich auch noch der Preis ab, aber mal schauen was noch kommt.
    Gruß Jonathan

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