Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, in den letzten Monaten ist Sandalen- und Laufmäßig viel passiert. Das wird jetzt mal ein wahrer Mammut Beitrag…

Neue Erfahrungen in sieben Akten:

  1. Huch, wieso ist an der rechten Sandale außen die Schnürung schon nach 100 Kilometern halb durch?…
  2. Oh, was für eine tolle Facebook Gruppe zum Thema “LUNA Sandalen”…
  3. Ok, Mist, der Grund für die defekte Schnürung liegt an meinem Fuß, was nu?…
  4. LUNA in Seattle USA sind echt ein verdammt cooler Laden!…
  5. Mist eine Zerrung – und das nach 250 Kilometern in Lunas…
  6. Nicht Laufen ist auch keine Lösung, aber manchmal eben schon…
  7. So, läuft wieder… und wie und die LUNAs laufen mit, aber…

Na denn…

Huch, wieso ist an der rechten Sandale außen die Schnürung schon nach 100 Kilometern halb durch?

Seit Oktober war ich die folgenden Wochen testweise ausschließlich in den Luna Mono 2.0 unterwegs. Das lief im wahrsten Sinne des Wortes ganz hervorragend und beinhaltete sogar eine Halbmarathon Distanz.
Zügig angefangen, wurde der zum Ende hin sogar schneller. Eine Zeit von gut unter 1:50:00 -mal eben so aus Spaß- spricht für sich und macht deutlich, dass in den Dingern echt viel geht…
Nur wenige Tage später ein 15km langer und noch schnellerer Lauf. Mit einer Pace zwischen 4:30 und 4:40 bremste mich erst ein leichter Oberschenkelkrampf… kann ja mal vorkommen (dachte ich).
Dass das am Ende auch ein Vorbote war, wusste ich da noch nicht.
Nach diesem ganzen Tempogebolze dann die Ernüchterung…. Am rechten Fuß war die Schnürung auf der Außenseite halb durchgescheuert. Nach nur 100 Kilometern. Das sollte eigentlich nicht passieren, zumal ich die Sandalen im großen und ganzen eher auf dem Vorfuß laufe (dachte ich)

 

Oh, was für eine tolle Facebook Gruppe zum Thema “LUNA Sandalen”

Verständlicherweise wollte ich nun herausbekommen woran zum Teufel das nun liegt. Im Runnersworld Forum bekam ich den Tipp (Vielen Dank lieber Sascha 🙂 ) , mir mal eine ganz bestimmte Facebook Gruppe näher anzusehen: LUNA Sandals in freier Wildbahn

Was auf den ersten Blick aussehen mag wie eine Selbsthilfegruppe für Fußfetischisten (Es gibt REICHLICH Fotos von Füßen in Sandalen), entpuppte sich schon beim ersten Durchsehen der Beiträge als äußerst liebenswürdige Ansammlung von Sandalen-Enthusiasten, die zum allergrößten Teil kompetente Überzeugungstäter sind und Neulinge wie mich jederzeit herzlichst aufnehmen. Da ich mich schon länger selber zu der Kategorie “Sandalenspinner” dazuzähle (Oft genug werde ich belächelt, nicht zuletzt von meiner eigenen Frau), wurde ich flugs Mitglied, stellte dort mein Problem sowie mich selbst vor und bekam auch rasch die ersten Hinweise auf die Ursache meiner “Schwundschnürung”.
Vor allem Michèle Schmid aus besagter Gruppe möchte ich dabei kurz erwähnen. Sie betreibt seit drei Jahrzehnten eine Laufschule mit Fokus auf Laufkoordination und gab mir schließlich das entscheidende Stichwort: “Rotation”

 

 

Ok, Mist, der Grund für die defekte Schnürung liegt an meinem Fuß, was nu?

“Rotation” … Wassndassn?
Nun, nach wie vor bin ich Überpronierer und habe Plattfüße. Dass ich es seit vier Jahren schaffe, weitestgehend beschwerdefrei zu laufen und das auch noch ambitioniert und wettkampforientiert, schützt mich ja nicht davor, dass sich eben doch Fehler eingeschlichen haben, bzw. es muss richtiger heißen: … dass ich eben gewisse Fehlstellungen NICHT bemerkt, geschweige denn abgestellt habe. Als reiner Autodidakt ist das wahrscheinlich eher zwangsläufig, als ungewöhnlich. Eine “Rotation” bedeutet in diesem Falle, dass ab einem gewissen Tempo die Ferse meines rechten Fußes die Neigung hat -beim Abstoßen vom Boden- außen überholen zu wollen. Dadurch entsteht -trotz vermeintlichem Vorfußlauf- eine kurze Drehbewegung, bei der die Sohle nach außen weg über den Boden dreht und dabei eben auch schleift….
Da ich unmittelbar vor meiner “LUNA Phase”  bis in den September hinein noch voll im Wettkampfmodus war , stand ich auch noch mitten im Trainingshoch und bin entsprechend schnell unterwegs gewesen. das erklärt auch die flotten Zeiten, die ich oben schon erwähnt habe.
Michèle gab mir dann auch den entscheidenden, wichtigen Tipp mit auf den Weg: “Versuch mal, Dich nur auf das Beine anheben zu konzentrieren” Das bedeutet sinngemäß (So wie ich es verstanden habe) “Lass die Unterschenkel samt Füßen dran einfach baumeln, konzentriere dich nur auf das saubere Führen der Oberschenkel”
Das habe ich versucht umzusetzen und dabei auch noch explizit die Schrittfreqzuenz erhöht und bin zunächst einfach mit der angeschlagenen Schnürung weitergelaufen.
Was soll ich sagen… ich bilde mir ein, dass ich durch das bewusstere Laufen, diese Rotation in den Griff bekommen habe, denn bis heute laufe ich immer noch mit der angerissenen Schnürung, die seither zwar noch etwas mehr angeschlagen- aber aktuell noch immer nicht gänzlich gerissen ist…

 

LUNA in Seattle USA sind echt ein verdammt cooler Laden!

In der Facebook Gruppe bekam ich auch den Tipp mich doch mal direkt an LUNA US zu wenden und damit quasi direkt an Barefoot Ted, dem Gründer von LUNA Sandals und wichtigem Protagonisten in Christopher McDougalls “Born to Run” , meinem -nach wie vor- liebsten Laufbuch.
Also hatte ich denen eine Mail geschrieben, ein Foto meiner angeschlagenen Schnürung beigefügt und durchaus auch erwähnt, dass ich wohl eher durch mein eigenes Verschulden zu dem desolaten Zustand gekommen bin.
Was soll ich sagen…. Ich bekam promt eine wahnsinnig nette Antwort und die Zusage, dass mir KOSTENFREI eine neue Schnürung geschickt würde.. aus den USA!
Als sie dann ankam, war ich doppelt platt, denn mir wurde sogar ein Paar geschickt und nicht etwa lediglich die Schnürung für die rechte Sandale. Inclusive einer weiteren netten Mail mit einem Link zu einer Montageanweisung. Wie geil ist DAS denn bitte ? Es kommt ja noch dazu, dass ich die Sandalen nicht mal dort erworben habe…
@Ted und Team: Nochmals ein ganz herzliches Dankeschön aus Deutschland 🙂

 

Mist eine Zerrung – und das nach 250 Kilometern in Lunas

Viel Tempo PLUS ausschließliches Laufen in Sandalen über einen Zeitraum von zwei Monaten (Vorher immer nur ein- bis zweimal pro Woche als Entspannungslauf) PLUS eine gleichzeitige Umstellung meiner gewohnten (aber offensichtlich fehlerhaften) Lauftechnik PLUS obendrauf auch noch recht exzessives Crossfittraining mit 3x wöchentlichen Kniebeugen waren dann doch zu viel…
Jetzt, wo ich das so lese, wundere ich mich nicht mal mehr und am 05.Dezember 2017 war dann erst einmal Schluss mit Lustig, denn eine Wadenzerrung (Rechts) hat mich voll aus meinem Rausch gerissen… nach 250 Kilometern in zwei Monaten, in denen ich nur in den Lunas unterwegs war.
Während einer Alsterrunde und selbstverständlich genau auf der Hälfte der Strecke (Am weitest entfernten Punkt meiner Runde), hatte es mich erwischt… Zack und Wade zu.
Eine leichte Zerrung oder einen Krampf während einer harten Einheit hatte ich schon hin und wieder mal, so hatte ich mir keine großen Sorgen gemacht. also bin ich fünf Kilometer irgendwie zurück gehumpelt, habe das zwei Tage lang ein bisschen abklingen lassen und habe es dann wieder versucht. Über einen leichten Schmerz bin ich bisher immer mit Bedacht einfach hinweggelaufen, so auch dieses Mal. Der Lauf sollte nur fünf Kilometer dauern, das ging auch, aber am Ende fühlte sich das durchaus wieder an wie kurz davor…
Wieder nach zwei Tagen Pause, habe ich einen noch langsameren Lauf versucht. Der sollte etwas länger werden, aber nach wiederum fünf Kilometern… Zack, Wade zu. Nächste Pause also eine Woche lang und der folgende Versuch ging dann schon nach drei Kilometern in die Binsen…. Zack, Wade zu. Jedes Mal klang der Schmerz zwischendurch komplett ab. Das war jetzt neu für mich und so endete am 17.12.2017 das Laufjahr endgültig…. Meine Versuche das Ganze mit Kinesio Tapes in den Griff zu bekommen, hat übrigens lediglich zu einer rückseitig glattrasierten Wade geführt…. das sah lustig aus (fand meine Frau), brachte aber in diesem Falle nicht die gewünschte Wirkung.

 

Nicht Laufen ist auch keine Lösung, aber manchmal eben schon…

Vierzehn Tage Laufpause! FUCK !
Das ist mir in meinen mittlerweile vier Laufjahren noch nicht passiert bisher. Damit sollte ich mich aber wohl eher freuen, denn was man so liest, ist das auch schon nicht selbstverständlich. Und dann auch noch über die Feiertage, wo man hemmungslos schlemmt und eigentlich sogar erst Recht Zeit zum Laufen gehabt hätte. Ach jeh, es viel mir wirklich schwer, bewies es mir auf der anderen Seite allerdings, dass ich mittlerweile wirklich wirklich ein Junkie geworden bin, was das Laufen anbelangt. In meinen Augen ja in diesem Zusammenhang durchaus etwas Positives 🙂
Silvester kam und ging und DANN ENDLICH… gleich am zweiten Januar traute ich mich wieder zu laufen. Erst zwei, dann drei, dann vier, dann fünf Kilometer, an vier aufeinander folgenden Tagen auf dem Laufband. Ganz gemütlich und so vorsichtig wie zwei Igel beim Kuscheln…. Alles gut, Zerrung weg, kam auch nicht wieder. Ab der zweiten Januar Woche wieder Alsterrunden und ab der Dritten Woche hat dann endlich endlich mein Trainingsplan begonnen für den Halbmarathon am 24.03.2018 im alten Land. die 14 Tage Pause haben dafür gesorgt, dass alles wieder auskuriert ist und ich habe sogar das Gefühl, dass ich kraft- und ausdauermäßig nicht wirklich abgebaut habe. Im Gegenteil, die Pause schien mir gut zu tun, wer hätte das gedacht….

 

So, läuft wieder… und wie und die LUNAs laufen mit, aber…

Tempo geht wieder, allerdings nutze ich im aktiven Training meine Laufschuhe und die LUNAs nur Freitags für eine gemütliche Runde um die Alster. Wenn ich Gas gebe, was nach wie vor eine meiner Hauptmotivationen ist, solange es noch geht, bringen die Lunas offensichtlich durch ihre Direktheit ein paar Defizite meiner Lauftechnik ans Licht. Schuhe -und seien sie noch so flach und leicht- verzeihen da etwas mehr. Ich laufe ja nur wenige Wettkämpfe pro Jahr: Einmal ein Doppelpack im Frühjahr (10er und eine Woche später einen Halbmarathon) und das Gleiche nochmal im Herbst. Dafür trainiere ich jeweils 12 Wochen lang. Dies restliche Zeit dazwischen ist reines Spaßlaufen und genau da werde ich wieder konsequent in den Lunas unterwegs sein. Während der Trainingsphase setzt ich allerdings weiterhin auf mein Set aus flachen, direkten Schuhen, allen voran meine Newtons. Die wiederum sind so speziell (Und geil), dass ich denen in Kürze mal einen eigenen Beitrag widmen werde.
Was lernen wir aus alledem? Pure Begeisterung für etwas bringt einen ein ganzes Stück weiter, aber eben nicht sofort überall hin. Obwohl ich schon seit mehr als zwei Jahren Erfahrungen mit Huaraches sammle, ist der komplette Umstieg weder kinderleicht, noch überhaupt die logische Konsequenz. Alles hat seine Zeit und seinen Platz und die Lunas haben bereits einen festen Platz gefunden bei mir, nur eben noch nicht 100% meiner Laufzeit. Das kommt dann, wenn ich keinen Bock mehr aufs Heizen habe….

PS: An meiner Technik feile ich weiter 😉

markus

markus

Wenn er nichts Besseres zu tun hat, geht er laufen, theoretisch also quasi immer. Nun hat er zwar praktisch kaum was Besseres zu tun, dummerweise aber verdammt viel Wichtigeres, so dass sich das Laufen auf 3x Wöchentlich und ca. 40km beschränkt...
markus
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