12 Wochen

12 Wochen war die Vorbereitung lang. 12 Wochen, in denen ich mich das erste Mal explizit auf die 10Km Distanz vorbereitet habe, für den Alsterlauf 2017 .
Da ich Anfang des Jahres – Im März – sogar schon bis auf 22 Sekunden an die 40 Minuten herangelaufen war und das sogar “nur” als Vorwettkampf zu einem Halbmarathon, hat ein Teil von mir gedacht die Katze im Sack zu haben. Was soll schon schiefgehen, wenn ich es im Training richtig drauf anlege? Bisher hat das immer geklappt, aber die Luft wird dünner, die Fortschritte kleiner und so hat genau diese subversive Gewissheit, zusammen mit meiner Angst vor dem verdammt hohen Tempo, dass es zu halten gilt, dann eine Art Brummkreiselstrudel in meinem Kopf erzeugt und der hat mich jede Leichtigkeit gekostet.

Kurz gesagt “Kein Problem” kämpfte dauernd mit “Das schaffst Du nie“.

Ein Monat

Der Lauf ist jetzt einen Monat her und ich bereite ihn erst jetzt schriftlich auf. Das liegt in erster Linie wohl daran, dass ich mein Ziel nicht nur knapp, sondern deutlichst verfehlt habe. Das wurmt mich natürlich doch mehr, als ich zugebe und das hat mich auch einen Teil meines bisherigen Enthusiasmus’ gekostet. Das ist natürlich albern, weil es einfach normal ist und nur eine Frage der Zeit war. Man kann sich nicht immer einfach noch weiter verbessern, schon mal gar nicht, wenn man nicht gerade erst 17 geworden ist. Insofern ist alles im grünen Bereich und doch zwickt es ein bisschen … Wieder ein Kreisel aber nur ein ganz kleiner, eher ein Spielzeug, mit dem komme ich gut klar 😉

Eine Woche

Eine Woche vor dem Wettkampf war besagter Brummkreiselstrudel dann auf jeden Fall ein ausgewachsener Tornado und das erste Mal habe ich mich auf einen Wettkampf nicht gefreut, weil es zu diesem Zeitpunkt längst ein Wettkrampf geworden war in meinem Kopfkino.
So und jetzt versucht mal aus diesem Modus wieder rauszukommen… Mir ist das nicht geglückt und auf diese Weise wurde mein offizieller Angriff auf die Sub40 eine

40:42 mit Kotzen…

Ich erspare uns an dieser Stelle einen umfangreichen Laufbericht. Die Kurzversion geht so:

In der Startaufstellung gucke ich schon so unglücklich drein wie das sprichwörtliche schwarze Schaf in einer ansonsten weißen Herde. Eingereiht habe ich mich brav bei den 40 Minuten Finishern und das war bezogen auf den Rest der Läufer schon verdammt weit vorne. Davor gab es nur noch die 35 Minuten Läufer und die Spitzengruppe. Da unsere Reihen nicht so voll waren durften wir kurz vor dem Start sogar noch aufrücken und so stand ich nur 10m von der Startlinie entfernt, als es losging in einer Gruppe von vielleicht 100 Läufern, die es alle wissen wollten.

Startschuss… alles rast los, ich gerate in den Herdentrieb obwohl ich genau das NICHT machen wollte!

Natürlich habe ich anfangs überpaced, will heißen wider besseren Wissens habe ich mich von den Läufern um mich herum mitziehen lassen und bin zu schnell los gelaufen. Obwohl es sich zunächst nicht so anfühlte, hat mich das wahrscheinlich das Rennen gekostet.

So richtig reingekommen bin ich in den Lauf überhaupt nicht und obwohl ich zu allem Übel auch noch meine beste 5Km Zeit hingelegt habe, hatten sich die Zweifel nicht gelegt, ob des großen Ziels…
Nach 6 Kilometern war das Pulver verbrannt und mir wurde schlecht. Den 7ten Kilometer habe ich noch in der Zielpace von knapp unter 4 Minuten hinbekommen und dann kam mir die Galle hoch. Ich war zu diesem Zeitpunkt in einer totalen Sauerstoffschuld und die fühlt sich einfach Scheiße an, wie ersticken. Wären es ab hier nur noch 900m bis zum Ziel gewesen, hätte ich das irgendwie retten können, aber 3 Kilometer? Keine Chance! Rechts rausgetreten, Galle gespuckt…. 30 Sekunden gegangen, wieder angetrabt und die letzten Kilometer irgendwie bewältigt.

Die Zielzeit ist sicher immer noch respektabel, aber so wie ich trainiert hatte, konnte ich mich da zunächst nur schwer drüber freuen. Wenn es wenigstens knapp gewesen wäre….
Ganz klar war ich mir dieses Mal selbst im Weg. Die Leichtigkeit die ich sonst so liebe, dieses Laufen um des Laufens Willen war von vorn herein angekratzt, gleich vom Anfang des Trainingsplans an.

Aufstehen, Krone richten, weitermachen. Mein Grundtempo hat sich trotz des etwas verunglückten Wettkampfes sehr verbessert und zumindest ist vor Kurzem noch meine schnellste Alsterrunde bei Alsterrunning herausgesprungen. Sub30 in der Mittagspause is doch auch was 🙂

Also weiter gehts… den Winter über jetzt erstmal aus Spaß an der Freude und dann im Frühjahr… DANN… !

 

 

 

 

markus

markus

Wenn er nichts Besseres zu tun hat, geht er laufen, theoretisch also quasi immer. Nun hat er zwar praktisch kaum was Besseres zu tun, dummerweise aber verdammt viel Wichtigeres, so dass sich das Laufen auf 3x Wöchentlich und ca. 40km beschränkt...
markus

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